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Große Leute

7 Ihren Anzügen mit Handys und Laptops, war- tendeTaxis und schwarze Limousinen... Eben stelle ich wieder eine neue Figur zu den an- deren. Es macht den Anschein, als wolle die Figur weglaufen obwohl sie stillsteht. Aber sie bewegt sich doch, sie läuft mit, mit all den anderen Figuren – sie lässt sich mitreissen.Wohin wohl? Wer sind sie und was denken sie?Wie wichtig sind sie für unsere Gesellschaft und wie stark prägen sie unser Umfeld? Wie war das damals? Hatte uns nicht der Schul- direktor, ein Mann gekleidet mit Schal und Kra- watte, erklärt, dass der Zutritt zum Werklehrer- semi in Zukunft nur noch Maturanten vorbehal- ten sei! Das heißt, dass ich ein Auslaufmodell bin?! Und weiter – wollten nicht IBM Herren in dunklen Anzügen und roten Kravatten die Wiese vor der Schule, eine grüne Oase in Zürich, mit Büros und Parkplätzen verbauen? In diesem kleinen Paradies arbeitete ich die meiste Zeit meiner Ausbildung, schloss Freundschaft mit einem kleinen Fuchs und liess mich inspirieren von diesem zauberhaften Flecken Erde. Auch dieses wird es nicht mehr geben. Weiss wohl woher, weiss wohl wohin, - mich wundert nicht, dass ich traurig bin. 4. Die Beziehung zum Material Meine Experimente brachten mich mit den ver- schiedensten Materialien in Kontakt. Obwohl ich mit verschiedenem Material gerne arbeite, kam ich doch zu meinem Ursprung,der Faszination des Holzes, zurück. Holz ist für mich schon seit Jahren ein vertrautes Material. Als Antikschreiner arbeitete ich haupt- sächlich zur Wiederherstellung von Details. Mir war stets wichtig, sehr exakt und genau zu arbei- ten, das war auch mein Erfolgsrezept. Während meiner Ausbildung an der Schule für Gestaltung und Kunst rückte das Handwerk in den Hinter- grund.Wichtig für mich war nur der künstlerische Ausdruck des Materials. Ich fand Gefallen am Abstrakten und Groben. Der Ausdruck des Holzes und der Figur kann dadurch gesteigert werden und eine neue Dyna- mik entsteht. Meine neue Handschrift. 5. Die Beziehung zum Werkzeug Ohne meine Kettensäge wäre mein Bankaufzug nicht das, was er eben ist. Sie war mir in den ver- gangenen Wochen unentbehrlich, so wie einem Musiker sein Instrument. Ja, ich würde fast sagen, dass das Werkzeug und ich zu einer Einheit wurden, was aber dazu geführt hat, dass sich im Laufe der Zeit etwas eingeschlichen hat, nämlich ein falsches Sicherheitsgefühl. Um diesem falschen Sicherheitsgefühl vorzubeu- gen, erinnere ich mich während dem Arbeiten ab und zu an ein eindrückliches, schauriges Kind- heitserlebnis, das ich an dieser Stelle erzählen möchte:Als Kind machte ich mich einesTages ganz alleine auf die Wanderschaft. Auf dem Rückweg, als ich den letzten Hügel in Angriff nahm, hörte ich plötzlich ein fürchterliches Geschrei. Ich ging schneller, vorbei an einem Appenzellerhaus und

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