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Große Leute

8 sehe wie eine alte Frau wie eine verrückte Kuh auf der Weide herumspringt. Ich blieb stehen, denn ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Erst als ich die beiden Männer, einer vom andern gestützt, auf mich zukommen sah, begriff ich... Einer der beiden trug den abge- sägten Arm des andern.Immer noch stehe ich wie angewurzelt. Da hörte ich eine Stimme: „Kannst auch suchen helfen“! dort wo eben noch derVer- unglückte mit der Motorsäge Äste abgesägt hat, streift ein dritter Mann die Büsche am Waldrand auseinander. „Vielleicht finden wir noch etwas Brauchbares“, damit meinte er wohl, dass noch Teile zum annä- hen zu finden wären.Ausser Knochensplitter und Blut fanden wir jedoch nichts. 6. Kunstinspiration Die offensichtliche Freude des Ulrich Bleiker am Machen hat bei mir eine Befreiung des Erklärungs- zwangs verursacht. Der spielerische Umgang mit den Formen, Farben und Materialien entsprechen meinen Vorstellungen von künstlerischer Freiheit und Naivität. „Er sollte Bauer werden,derToggenburger Bauern- sohn aus der Familie mit 19 Kindern, wollte aber Maurer sein. Aus Zement hat er im Alter ein künstlerisch einzigartiges plastisches Werk ge- schaffen, ungelernt, unbeeinflusst. Ganze Kohor- ten von Frauen sind es geworden imVerlaufe von 25 Schaffensjahren. Weiber von archaischer Urkraft,Männer auch,und Herden von Kühen, dann Geissen, Schweine, Pferde, Vögel und anderes Getier. Häufig sind Ulrich Bleikers Frauen schwanger, dieTiere träch- tig. Geheimnis und Fülle,Überfülle des Lebens von einem, der wortkarg und bescheiden in diesem Leben sich bewegt hat. Seine Figuren, welche die Geschichte einer Landschaft spielen, der Gemein- schaft von Menschen und Tieren, erzählen eine erstaunliche Geschichte, die sich aus den Ur- gründen der Seele und aus dem Lebensprozess direkt entwickeln. ” [Aus: „Die Frau/Die Kuh/Der Weg: Der Zementplastiker Ulrich Bleiker (1914-1994)“ AppenzellerVerlag 2000]

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